Studie: Wenn sich die Erde um 4 Grad erwärmt, wird eine durchschnittliche Person 40 % ärmer sein
Stockholm, 2. April (Hibya) – Experten sagen, dass frühere Wirtschaftsmodelle die Auswirkungen der globalen Erwärmung und mögliche „kaskadierende Störungen in den Lieferketten“ unterschätzt haben. Laut einer neuen Studie haben wirtschaftliche Modelle systematisch unterschätzt, wie sich die globale Erwärmung auf das Vermögen der Menschen auswirken wird; eine Erwärmung um 4 Grad würde eine durchschnittliche Person um 40 % ärmer machen – fast viermal so viel wie frühere Schätzungen.
Eine Studie australischer Wissenschaftler legt nahe, dass selbst bei einer Begrenzung der Erwärmung auf 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau das weltweite BIP pro Kopf um 16 % sinken würde – deutlich mehr als die 1,4 %, die frühere Modelle prognostizierten.
Wissenschaftler gehen jetzt davon aus, dass die globalen Temperaturen selbst dann um 2,1 Grad steigen werden, wenn die Länder ihre kurz- und langfristigen Klimaziele erreichen.
In den letzten Jahren hat die Kritik an integrierten Bewertungsmodellen (IAMs) zugenommen – wirtschaftlichen Instrumenten, die zur Steuerung von Investitionen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen verwendet werden –, weil sie die großen Risiken des Klimawandels, insbesondere extreme Wetterereignisse, nicht ausreichend berücksichtigen.
Die neue Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters, verbesserte eines der beliebtesten Wirtschaftsmodelle mithilfe von Klimaprognosen, um die Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf globale Lieferketten besser erfassen zu können.
Dr. Timothy Neal vom Climate Risk and Response Institute der University of New South Wales und Hauptautor der Studie sagte, die neue Forschung untersuche die möglichen Auswirkungen einer 4-Grad-Erwärmung – von vielen Klimaforschern als katastrophal angesehen – und habe ergeben, dass eine durchschnittliche Person dadurch 40 % ärmer würde. Ohne Modellverbesserungen wären es rund 11 % gewesen.
Neal erklärte, dass frühere Wirtschaftsmodelle, die zu dem Schluss kamen, dass selbst hohe Erwärmungsniveaus nur geringe Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätten, „tiefgreifende Auswirkungen auf die Klimapolitik“ gehabt hätten.
Er sagte, diese Modelle berücksichtigten meist nur lokale Wetterveränderungen, ignorierten jedoch die Auswirkungen extremer Ereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen auf die globalen Lieferketten.
"In einer heißeren Zukunft können wir mit kaskadierenden Störungen in den Lieferketten rechnen, die durch extreme Wetterereignisse weltweit ausgelöst werden", sagte Neal.
Deutsche Nachrichtenagentur Wp Aktuell