Am Dienstag werden sehr starke magnetische Stürme auf der Erde erwartet
Moskau, 19. Januar (Hibya) – Das Labor für Sonnenastronomie des Instituts für Weltraumforschung (IKI) der Russischen Akademie der Wissenschaften teilte auf seinem Telegram-Kanal mit, dass die Erde am Dienstag aufgrund eines starken Sonnenausbruchs magnetischen Stürmen der Stärke G3/G4 ausgesetzt sein könnte.
In der Mitteilung hieß es: „Es wird erwartet, dass das Ereignis am Dienstag die Erde erreicht. Die magnetischen Stürme werden voraussichtlich die Stufe G3/G4 erreichen. Die untere Grenze der Polarlichtzone kann bis auf 50 Grad ansteigen.“
Laut der Tabelle auf der Website des Labors bedeutet G3 einen starken Sturm, während G4 einen sehr starken Sturm bezeichnet.
In einem weiteren Bericht wurde darauf hingewiesen, dass der Sonnenausbruch „ziemlich groß“ war und den gesamten zentralen Bereich des Sterns umfasste, also „etwa eine halbe Million Kilometer“.
Die Wissenschaftler veröffentlichten zudem ein detaillierteres Video des Sonnenausbruchs. Der Erklärung zufolge beträgt die horizontale Ausdehnung des Bildes 450.000 Kilometer – das ist „35-mal der Durchmesser der Erde“.
Am Sonntagabend meldete das Labor den ersten Sonnenausbruch der Klasse X im Jahr 2026. Das Ereignis ereignete sich in Region 4341 im Zentrum der sichtbaren Sonnenscheibe, die der Erde zugewandt ist. Der Höhepunkt wurde um 21:09 Uhr Moskauer Zeit erreicht und als X1.95 klassifiziert; ein stärkerer Ausbruch war zuletzt am 14. November beobachtet worden.
Nach Angaben des Laborleiters Sergei Bogachev bleibt trotz des Rückgangs der Sonnenaktivität die Wahrscheinlichkeit rekordverdächtiger Ausbrüche im Jahr 2026 bestehen. Seit Jahresbeginn sind bereits mehrere starke Ausbrüche der Klasse M aufgetreten.
Nach der Intensität der Röntgenemissionen werden Sonnenausbrüche in fünf Klassen eingeteilt: A, B, C, M und X.
Sie können auf der Erde magnetische Stürme auslösen, Stromnetze stören und die Wanderwege von Vögeln und Tieren beeinflussen. Schwere Stürme können die Kurzwellenkommunikation und Navigationssysteme beeinträchtigen sowie Stromausfälle in industriellen Netzen verursachen.
Darüber hinaus kann eine erhöhte Sonnenaktivität den geografischen Bereich der Beobachtung von Polarlichtern erweitern. Ob magnetische Stürme die menschliche Gesundheit beeinflussen, ist weiterhin unklar.
Deutsche Nachrichtenagentur Wp Aktuell