Fletcher: Eskalation im Nahen Osten überschattet andere Krisen
New York, 20. März (Hibya) - UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher erklärte, dass die Entwicklungen im Nahen Osten die globale Aufmerksamkeit von anderen humanitären Krisen ablenken, obwohl Millionen von Menschen, insbesondere in Afrika, weiterhin Hilfe benötigen.
Fletcher betonte, dass die Spannungen im Nahen Osten nicht nur den humanitären Bedarf erhöhen, sondern auch die globale Aufmerksamkeit und Finanzierung für andere Krisen verringern.
Mit Blick auf Afrika sagte Fletcher: „Die zentrale Sahelzone steht an vorderster Front von Krisen, die durch Gewalt, Klimaschocks und Epidemien geprägt sind. Mehr als 12 Millionen Menschen benötigen Unterstützung. Die Zentralafrikanische Republik ist eine der am meisten vernachlässigten humanitären Krisen weltweit. 2,3 Millionen Menschen benötigen Hilfe. Hilfsoperationen kommen zum Stillstand. Jeder Dritte ist von akutem Hunger betroffen.“
Fletcher unterstrich, dass die Konflikte im Nordosten Nigerias die Krise verschärfen: „5,9 Millionen Menschen benötigen Unterstützung. 1 Million Kinder sind von schwerer Unterernährung bedroht. Gewalt behindert die Hilfe und führt zu Todesopfern.“
Zur Lage in Kamerun und im Tschad sagte Fletcher: „In Kamerun verschärft sich die Krise sichtbar. Im hohen Norden sind etwa 1,16 Millionen Menschen von schwerem Hunger betroffen. Landesweit benötigen 2,9 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Im Tschad werden Hunderttausende Menschen aufgenommen, die vor dem Krieg im Sudan fliehen. Doch Kürzungen bei der Hilfe führen zur Schließung von Schulen und belasten das Gesundheitssystem. 4,5 Millionen Menschen benötigen Unterstützung.“
Fletcher wies auch auf die Situation in der Demokratischen Republik Kongo hin: „Es kommt zu weit verbreiteter sexueller Gewalt gegen Zivilisten, und humanitäre Helfer werden zur Zielscheibe.“
Zu den palästinensischen Gebieten sagte Fletcher: „Palästinenser werden aufgrund systematischer Siedlergewalt angegriffen und gewaltsam vertrieben. Während sich die Siedlungen ausweiten, werden Eigentum zerstört. Das Völkerrecht verlangt ihren Schutz, da sie unter Besatzung leben. Wir werden unsere Bemühungen fortsetzen, Zivilisten zu schützen, die Finanzierung zu erhöhen und die humanitäre Wirkung zu stärken.“
Deutsche Nachrichtenagentur Wp Aktuell